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Auf den Spuren von Theodor Fontane

Geführte Wanderungen und Anregungen zum individuellen Wandern

Aktualisierung: 10. Juni 2017


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Veranstalter: Wanderverein Fontane '91, Treptow

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Das dritte Schlachtfeld

Wenn eine Fontanewanderung an einem S-Bahnhof startet, erhofft sich der Veranstalter viele Teilnehmer. Diese Hoffnung erhält noch "Nährboden", wenn die Zielorte sämtlichst im Bereich der Berliner C-Tarifzone liegen. Wir durften uns also über viel Teilnehmer freuen - so dachten wir jedenfalls.

Der Veranstaltungstag machte allerdings die Hoffnungen zunichte. Am Start fand sich leider nur ein kleines Grüppchen von 15 Leuten ein.

Epitaph Heinersdorf Mag ja sein, dass einige Angst vor dem Schlachtfeld hatten, oder meinten, dass der Berliner Speckgürtel keine Wandergegend sei. Aber wer an den bisherigen Fontanewanderungen teilgenommen hat, dem müsste doch klar sein, dass wir als Organisatoren in jedem Waldstück - und sei es noch so schmal - einen schönen Wanderweg finden!

Doch nun will ich nicht weiter jammern, denn das hat die Strecke der 2017er Fontanewanderung wirklich nicht verdient. Wir wanderten also kurz nach 8:00 Uhr (nachdem wir noch zwei S-Bahnen abgewartet hatten - man weiß ja nie) am S-Bf. Teltow-Stadt los. ehem. Herrenhaus KleinbeerenDie Gruppe war sehr homogen, obwohl für einige Wanderfreunde fest stand, dass sie nicht die ganze Strecke mitkommen werden. Schon in Teltow lernten wir in der Brenninkmeijer-Siedlung etwas kennen, was viele der Wandergruppe gar nicht wussten: Hier entstanden ab 1932 sechs Doppelhäuser und zwölf Zweigeschosser – Wohnraum für zusammen 36 kinderreiche Familien. Unser Weg führte uns dann nach Heinersdorf. Die Kirche wurde zwar wegen Einsturzgefahr nach teilweiser Kriegszerstörung gesprengt, jedoch hat man vorher die Epitaphien, von denen Theodor Fontane in seinen Wanderungen berichtet gesichert. Sie stehen nun auf dem Friedhof des Dorfes.

Wir wanderten vorbei an dem ehemaligen Stadtgut Birkholz und einigen Feldern, die von der anbrechenden Spargelzeit kündeten. Im Vorbeigehen lernten wir wie früher die Berliner Abwässer auf die Rieselfelder gelangten und trafen endlich in Kleinbeeren ein, wo wir uns unsere erste Pause genehmigten. Der Ort war übrigens früher größer als Großbeeren und so verwundert es nicht, dass es hier ein großartiges Herrenhaus gibt, welches zur Zeit wieder "auf Vordermann" gebracht wird - will heißen die schönen Stufengiebel sind schon fertig.

Kirche GroßbeerenGedenkturm GroßbeerenNach der Pause war es nicht mehr weit bis Großbeeren. Schon von weitem sahen wir den Denkmalsturm und waren gespannt, ob es mit der "integrierten Ortsführung" klappt. Zur großen Freude des Wanderleiters stand die Tür zum Turm offen und drinnen erwartete uns unsere Begleiterin durch Großbeeren. Sie machte uns zunächst mit allerlei Interessantem von der Schlacht bekannt. Dann konnten wir vom Turm die Aussicht genießen und erhielten schließlich noch eine kleine Kirchenführung. Hinter der Kirche erfuhren wir, dass es den dort stehenden Obelisken nur vier Mal auf der Welt gibt. Nach der Kirchenbesichtigung machten wir noch einen Abstecher zur Bülowpyramide. Die vierte Sehenswürdigkeit von Großbeeren sind zweifelslos die Rieselfelder. Hier wurden also bis 1996 die Berliner Abwässer verrieselt. Inzwischen hat sich die denkmalgeschützte anlage in einen schönen Landschaftspark verwandelt.

Im zweiten Teil der Wanderung liefen wir durch "Gegend", wobei das keinesfalls abwertend gemeint ist. Wir machten am Wegesrand noch einmal eine Pause - und trafen in Genshagen leider 10 Minuten nach der Abfahrt des Busses ein. Pech für die Teilnehmer der 25-km-Strecke, die nun fast eine geschlagene Stunde an der Bushaltestelle warten mussten. Sie hätten natürlich auch in den Schlosspark oder den Dorfkrug gehen können. Freilich wären das noch ein paar Meter mehr gewesen.

ehem. Herrenhaus Löwenbruch Und während die anderen auf ihren Bus lauerten liefen wir in Richtung Löwenbruch weiter. Auch diesen Ort hat Theodor Fontane besucht, den hier lebte die Familie von dem Knesebeck. Das Herrenhaus erstrahlt ebenfalls wieder in früheren Glanz und wir kehrten gegenüber desselben ein um uns für die letzten Kilometer mit einem Bier zu rüsten. Vorher gab der Wanderleiter noch die Instruktion, den Aufenthalt dort nicht unnötig in die Länge zu ziehen, denn er wollte ja, dass die Gruppe den Zug in Thyrow erreicht. Die Sorgen waren aber unbegründet, denn die kleine Mannschaft lief wie geschmiert über Kerzendorf dem Ziel entgegen. Auf dem Thyrower Weinberg konnten wir auch noch eine Pause einlegen, denn hier war es schöner als auf dem Bahnsteig, auch wenn es hier schon lange keinen wein mehr gibt.

Alles in allem war es wieder eine sehr schöne Fontanewanderung. Bei schönem Wanderwetter haben wir sehr viel Interessantes erfahren und die Zeit verging wie im Fluge. Ich habe mich gefreut, wieder einige neue Gesichter bei der Wanderung zu sehen, freute mich aber ebenso über die "Stammgäste".

Und wer jetzt neugierig geworden ist und nicht bis zur Wiederholung im Herbst irgend eines Jahres warten will, kann sich das Teilnehmerheft in unserem Internetshop bestellen.

Egon Poppe




Wanderverein Fontane '91 e.V. Berlin, Vorsitzende: Ute Poppe
Vereinsregister: Berlin-Charlottenburg Nr. 11659 B, LSB-Vereinsnr.: 1259
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